Expeditionen mit Quanok

Expeditionsbericht zur Skitour NordkapAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 26 May, 2010 15:17:12

Endlich habe ich geschafft, unsere Erlebnisse auf der Skitour vom Reisadalen zum Nordkap im April 2010 zu einem kleinen Bericht zusammen zu schreiben.

Hier geht es zum Bericht.



Naturvandring.no Abenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 20 Mar, 2010 10:00:20

Seit einigen Wochen gibt es für die Region Nord-Troms eine neue Website - www.naturvandring.no, die für alle Outdoor Interessierten viele interessante Informationen enthält.

Die Idee dabei ist, alle nötigen Informationen für Wanderungen, Skitouren, Kanu- und Kajaktouren, Kletter- und Bergtouren, Reitwege sowie Scooterwege zu sammeln und als Information für alle anzubieten.

Bisher gibt es viele Informationen und interessante Links, aber nur wenige Tourenvorschläge. Dies soll sich aber mit der Zeit ändern.

Herzstück der Website sind aber die Routenvorschläge, mit Wegbeschreibung, Höhenprofil und Fotos. Weiterhin sind die Routen mit einer webbasierten Tourenkarte verlinkt, die es einem ermöglicht, schon zu Hause am Rechner die Tour zu planen, mit einer 3D Ansicht abzufliegen und auch die Koordinaten für die jeweilige Tour auf ein GPS Gerät zu speichern.

Meiner Meinung nach eine ser interessante Seite mit vielen nützlichen Informationen und durch die Verlinkung auf die digitale Karte gerade für GPS Anwender extrem hilfreich.

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Finnmarksløpet - das RennenAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 18 Mar, 2010 22:56:15

Am letzten Samstag war es nun endlich soweit. Um 11.07 wurde der Startschuss für meinem Musher Kjell Løken gegeben, in dessen Gespann auch zwei meiner Hunde liefen. Wir hatten uns die Hunde über den Winter aufgeteilt und jeder hatte ein festes Gespann, welches es trainiert hat. Daher habe ich natürlich zu diesen beiden Hunden (Mollis und Kauto) ein ganz besonderes Verhältnis.
Kurz vorher, um 11 Uhr hatte Kronprinz Hakon das 30. Finnmarksløpet eröffnet – seine Gemahlin Kronprinzessin Mette-Marit konnte leider wegen Halsverspannungen nicht kommen. Das schmälerte die Stimmung aber keineswegs und bei bestem Wetter wurden die Gespanne auf die große Reise geschickt.

Meine Aufgabe bei diesem Rennen war es, unser Auto zu fahren, denn den Handlerjob hat die Lebensabschnittsgefährtin vom Kjell übernommen. Ihre Aufgabe war es an den Check-Points dem Kjell so viel wie möglich und erlaubt ist an Arbeit abzunehmen, so dass er sich nur um seine Hunde und seinen Schlaf kümmern muss.

Wir sind nun nach dem Start gleich mit dem Auto über Karasjok nach Skoganvarre gefahren, wo sich der zweite Check-Point befand. Der erste in Jotka, wurde von allen Fahrern einfach durchfahren, da er nur 50 km entfernt ist. Skoganvarre liegt weitere 58 Kilometer entfernt. In Skoganvarre wird gut Stimmung gemacht mit Musik und Moderation. Es ist schon dunkel als die ersten Gespanne eintreffen. Dort sehe ich auch das erste Mal, wie schnell und effizient die richtig guten Fahrer arbeiten. Da wird keine Zeit verschwendet, den Hunden Stroh hingelegt, die Booties ausgezogen und Futter gemacht. Mein Musher kommt als 23. Rein. Dies soll damit auch seine beste Platzierung bleiben. Die Hunde sehen noch gut aus. Nach sechseinhalb Stunden Pause geht es wieder weiter. Diesmal nach Levajok an der finnischen Grenze. Die Temperatur zieht merklich an und ich beneide den Kjell nicht, der in der Nacht unterwegs ist und der Kälte, die fast -30° erreicht, ausgesetzt ist. Ich liege da schon in meinem warmen Schlafsack und warte in Levajok.
Gegen 10 Uhr trifft er ein und legt wieder eine längere Pause ein. Ich nütze die Zeit um mich umzuschauen, mit anderen Handlern zu reden und einen Kaffe nach dem anderen zu trinken. Der vorletzte Check-Point ist Karasjok, die Hauptstadt der Samen. Gegen 2 Uhr nachts kommt Kjell dort an. Wir müssen nun zwei Hunde aus seinem Gespann nehmen. Der eine Hund will nicht mehr Essen und der andere hat Verletzungen an den Pfoten, so dass es für ihn zur Qual wird zu laufen. Mit nur noch sechs Hunden geht es über Jergül, wo noch einmal eine große Pause von sieben Stunden eingelegt wird, weiter nach Alta. Als 42. von 48 Finishern kommt Kjell am Dienstagabend in Alta an. Die Hunde sind ziemlich fertig – ein Zeichen dafür, dass das Training in der Saison nicht so gut war und diese Strecke eine sehr große Beanspruchung war. Zwei von den sechs Hunden haben aber immer noch nicht genug und ziehen den Schlitten bis zum nahe gelegene Auto.

Alle weiteren Infos zum Rennen und zur Distanz über 1000 km gibt es unter: www.finnmarkslopet.no.
Hier gibt es die Resultate und hier die Statistik von Kjells Rennen.



Das Finnmarksløpet Abenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 05 Mar, 2010 21:11:15

Wenn man jemand in Deutschland fragt, ob er das Finnmarksløpet kennt, wird man in der Regel ein Kopfschütteln ernten. Vielleicht hat jemand schon einmal vom Iditarod gehört oder vom Yukon Quest – aber Finmarksløpet, nein!

Ganz anders ist dies in Norwegen. Zum einen gibt es hier pro Einwohner verhältnismäßig viele Besitzer von Schlittenhunden und auch das Thema Outdoor (auf norwegisch „Friluftsliv“) ist sehr populär und es ist üblich das Wochenende draußen zu verbringen.

Seit den letzten Jahren wird das Finnmarksløpet sogar im Fernsehen übertragen und dieses Jahr, zum 30. Jubiläum, wird Kronprinz Hakon und Kronprinzessin Mette-Marit das Rennen eröffnen.

In ziemlich genau einer Woche (13. März) ist es nun endlich so weit. Über 170 Teilnehmer aus vielen Ländern mit mehr als 1500 Hunden werden am Start in Alta stehen und gespannt sein, ob sich das monatelange Training nun auszahlen wird.

Auch ich arbeite dafür seit Monaten und trainiere fast täglich unsere Hunde für dieses große Ereignis. Ich habe mich dagegen entschieden selber zu starten, da ich mit den Hunden noch nicht so vertraut war und solch ein Rennen auch eine ziemliche hohe finanzielle Belastung darstellt, die ich mir so kurz nach meiner Auswanderung nach Norwegen nicht aufbürden wollte.

Als Handler (Helfer) werde ich aber dabei sein und von Check-Point zu Check-Point fahren um dem Kjell bei seinem Rennen zu unterstützen. Kjell, mein aktueller Arbeitsgeber, hat sich für dieses Jahr die kurze Distanz über 500 Kilometer vorgenommen, da er hauptsächlich junge Hunde hat, die kaum älter als zwei Jahre sind. Die müssen sich erst einmal an die langen Etappen gewöhnen, lernen ihre Kräfte einzuteilen und schnell wieder zu regenerieren.

Das Hauptrennen wird über 1000 Kilometer gehen. Ausgehend von Alta werden die Gespanne bis nach Kirkenes an der russischen Grenze fahren. Nach circa 5 Tagen werden die ersten Gespanne wieder in Alta erwartet. Die Gespanne auf der 500 Kilometer Runde werden nach nicht einmal zwei Tagen wieder in Alta eintreffen.

Anfang dieser Woche bin ich selber die letzte Etappe als Training gefahren. Von Alta aus sind wir nach Jergul gefahren (85 Kilometer in 6 Stunden) und nach einer Pause von sechs Stunden wieder zurück. Diesmal haben wir circa acht Stunden gebraucht. Bei dieser Trainingstour konnten wir gut erkennen, welche Hunde trotz dieser langen Distanz von 170 Kilometern immer noch fit und motiviert waren und welche nicht. Auf Grundlage dieses Trainings wird nun das Gespann zusammen gestellt, welches im 500 Kilometer Rennen nicht mehr als acht Hunde umfassen darf.

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Wer das Rennen im Auge behalten möchte, kann dies sehr gut über die Homepage www.finnmarkslopet.no verfolgen. Es gibt dort ein Live Tracking mit dem man immer sehen kann, wer sich wo befindet.

Außerdem ist es möglich über das norwegische Fernsehen (www.nrk.no) Live-Berichte vom Rennen sich anzuschauen – zwar nur auf norwegisch, aber die Bilder sprechen ja häufig für sich.

Hier gibt es aktuell noch ein Video vom Rennen 2009 - auch in Englisch.

Skitouren im ReisadalenAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 21 Feb, 2010 20:46:19

Zugegebenermaßen trainiere ich nicht den ganzen und nicht jeden Tag die Huskys. Daneben bleibt immer mal wieder Zeit um auch auf Skiern unterwegs zu sein.

Da jetzt die Sonne auch schon länger scheint, kann ich auch längere Touren machen, ohne am Ende auf die Stirnlampe zurückgreifen zu müssen.

Im Reisadalen gibt es eine beleuchtete Skiloipe, die - perfekt präpariert - aber nur zum Training gedacht ist. Alle anderen Ausflüge muss man selber anhand einer Karte planen und sich dann selber zurecht finden. So ist das halt in Nordnorwegen!

Direkt vor meiner Haustür liegt das Rungadalen, welches ich meistens als Ausgangspunkt nutze. Unser Hundeschlitten- Trainingstrail geht dort auch lang und sorgt erst einmal für flottes vorwärts kommen. Unterwegs gibt es eine kleine Hütte und etwas weiter weg auch eine Gamme. Eine Gamme ist so etwas wie ein großes Zelt: viele dünne Baumstämme sind das Grundgerüst, auf denen eine Plane liegt. Außen wird dies dann alles mit Moos und Flechten abgedeckt. Ein kleiner Ofen gibt Wärme und Gemütlichkeit.

Ab da geht es immer höher und bald hat man die Baumgrenze, die hier bei ca. 350 Meter kriegt, erreicht. Der Schnee wird härter und das Vorankommen einfacher. Bei schönem Wetter hat man nun einen wunderbaren Ausblick auf das Küstengebirge, die Fjorde und die steilen Berge der vor gelagerten Inseln.

Hier ein paar Bilder:



Ein Gruß an die SonneAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 31 Jan, 2010 13:32:33

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Das heutige Training im Reisadalen war etwas ganz Besonderes. Denn ich habe seit November das erste Mal wieder die Sonne gesehen!
Die letzten Tage hat sich dies schon angekündigt, denn bei gutem Wetter wurden die Bergspitzen im Norden von der Sonne angestrahlt und im Süden wurde der Horizont immer heller.

Bis die Sonne aber mein Zuhause erreicht, dauert es noch drei Wochen, da wir in einem Tal wohnen.

Erste Reiseangebote erschienenAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 30 Jan, 2010 09:49:53

Seit dieser Woche gibt es nun auch drei Reisen die ich hier im Reisadalen organisieren werde. Besonders daran ist, dass es sich immer um sehr kleine Grupen handelt. Daher können eigene Ideen und Vorstellungen meiner Gäste mit in die Ausgestaltung der Reise einbezogen werden.

Nordreisa Aktiv-Woche

In dieser Woche werden wir auf Skiern und mit dem Hundeschlitten das Reisadalen kennen lernen. Ausgehend von einer gemütlichen, typisch norwegischen Hütte werden wir Halb- und Tagestouren unternehmen. Dazwischen bleibt immer ausreichend Zeit um auch einmal selbstständig unterwegs zu sein, oder um sich beim Eisangeln zu probieren.

Diese Woche ist insbesondere auch für Gruppen geeignet, die eine speziell auf sich zugeschnittene Winter-Aktiv Woche suchen bzw. auch für Familien.

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Huskytour Reisadalen - Finnmark

Das besondere dieser Hundeschlittentour ist, dass nur zwei Gäste daran teilnehmen können. Sie können daher eigene Pläne und Ideen mit einbringen. Zusammen erarbeiten wir dann eine mögliche Tour durch das Reisadalen und auf die Weite der Finnmarksvidda.

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Skiexpedition Nordkap

Auf dieser 20-tägigen Skitour vom Reisadalen bis zum nördlichsten Punkt Europas, durchqueren wir die ganze Finnmarksvidda, die Heimat der Samen und Tausender Rentiere.

Dies ist eine sehr anspruchvolle Tour für gut Skiläufer, da wir bis zu 18 Tage unterwegs sein werden, meistens im Zelt übernachten und unsere ganze Ausrüstung in der Pulka hinter uns herziehen. Alle Anstrengungen werden aber belohnt durch die herbe Schönheit der Finnmarksvidda und dem Kontrast zum Polarmeer, wenn wir zum Nordkap gelangen.

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Erstes Training auf der FinnmarksviddaAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 20 Jan, 2010 14:12:54

Eigentlich ist es in Norwegen verboten mit dem Scooter im Winter unterwegs zu sein. Ausgenommen davon ist nur privates Gelände und einige wenige markierte Strecken. Das ist, wie ich finde, auch sehr angenehm. Denn Scooter hört man schon von weitem und man riecht ihre Abgase noch lange obwohl sie schon wieder verschwunden sind. Die wenigen Scooter die man trifft, gehören meistens den Samen die nach ihren Rentieren Ausschau halten.

Hier in Nordnorwegen ist dies etwas anders. Als man in Norwegen das uneingeschränkte Scooterfahren verbot, konnte man dies im Norden so nicht ganz durchsetzen. Daher gibt es hier viele Scootertrails, die die ganze Finnmark durchziehen. So kann man zum Beispiel aus dem Reisadalen bis nach Finnland und Kautokeino mit dem Scooter fahren.

Wir nützen diese Scootertrails als Trainingsstrecken. Denn im Gegensatz zu Tourenhunden, sollen unsere Rennhunde ein recht hohes Tempo über einen langen Zeitraum durchhalten. Und dies geht nur auf gespurten Trails, denn querfeldein muss man in der Regel erst einen Trail machen und dies verlangsamt das Tempo der Hunde enorm.

So sind wir also gestern von Gapherus aus gestartet. Zuerst folgt der Trail einem Weg, der sich in Serpentinen den Talkessel empor windet. Nach 300 Höhenmetern verlassen wir langsam das bewaldete Tal. Nach und nach flacht das Gelände ab. Rechterhand lassen wir eine Sammelstelle der Samen liegen und erreichen nach einer Stunde das Plateau der Finnmark. Vor mir erstreckt sich eine hügelige Landschaft und der Horizont leuchtet in zarten Orangen. Im Süden ist es sogar so hell, dass ich meine, gleich die Sonne zu sehen. Dies müsste auch bald möglich sein, denn gestern wurde in Tromsø das erste Mal wieder die Sonne gesehen. Da ich noch etwas weiter nördlich lebe dauert es hier noch ein wenig, aber bald müsste es soweit sein.

Nach zwei Stunden Fahrt drehen wir um und fahren wieder zurück. In den knapp vier Stunden sind wir ca. 50 Kilometer weit gefahren und ich bin zufrieden mit den Hunden.


SchlittenbruchAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 11 Jan, 2010 21:55:40

Seit einigen Tagen trainieren wir nun schon von zu Hause aus. Es liegt genügend Schnee, so dass wir aus dem Hof in die Berge starten können. Dies ist natürlich sehr praktisch, da wir dadurch viel Zeit sparen. Denn das Ein- und Ausladen der Hunde ins Auto das Fahren kostet doch immer wieder jede Menge Zeit.

Für mich ist es auch immer wieder sehr schön woanders unterwegs zu sein, denn so lerne ich am Besten die Umgebung kennen.

Unsere Trainingsstrecke geht jetzt in das Rongadalen und nach einem kurzen Schlenker über die E6 auf die Halbinsel Reasnjarga. Die Strecke auf der Insel ist nicht gerade einfach, denn es geht andauernd hoch und runter und es geht viel durch den Wald. Der Vorteil dabei ist, dass man dadurch immer in Bewegung bleibt und es einem nicht kalt wird.

Vorgestern wurde es uns ganz besonders warm, denn zuerst stoppte Kjells Leithund bei schneller Fahrt und sorgte für viel Trubel im Gespann, denn die meisten Leinen waren durcheinander geraten. Auch meine Hunde meinten daraufhin für noch mehr Unterhaltung zu sorgen und bekämpften sich untereinander – was sie eigentlich sonst nie tun. Nach dem das nun endlich geklärt war, ging es weiter. Ich musste aber kurz danach anhalten, denn nicht alle Leinen waren in Ordnung. Ich sicherte meinen Schlitten an einem Baum mit dem Anker, der sich aber löste und ich konnte den Schlitten gerade noch so festhalten, wurde dafür aber 100 Meter durch den Schnee gezogen und verlor dabei Mütze, Handschuhe und Lampe.

Schnell wollte ich meine Siebensachen wieder zusammensammeln und übergab Kjell mein Gespann. Just in diesem Moment löste sich bei ihm der Anker und sein Schlitten fuhr alleine davon. Aber nicht weit, denn nach kurzer Zeit hörten wir ein hässliches Geräusch und der Schlitten stoppte abrupt. Das Ergebnis war ein Schlitten, der nur noch halb so lang war. Zum Glück konnten wir aber weiterfahren. Da die Schlitten selber gebaut sind, konnten wir am Nachmittag dann aber alles reparieren und am nächsten Tag ging das Training dann schon wieder weiter.


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Ein wunderschönes neues Jahr!Abenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 01 Jan, 2010 14:13:23

Hiermit wünsche ich allen Lesern ein schönes und erfolgreiches neues Jahr!

Etwas ruhiger als sonst, verlief mein Neujahrsfest diesmal. Neben einem leckeren Essen interessanten Gesprächen mit Freunden war aber das Wetter ein Highlight. Denn ein wolkenfreier Himmel und der helle Vollmond sorgten dafür, dass die Berge um uns herum in einem ganz besonderen Licht erstrahlten. Und es war dadurch so hell, dass man die Stirnlampe draußen fast nicht brauchte.

Dieses Foto stammt nun von heute und zeigt den Mond, der in westlicher Richtung über dem Fjord steht und die Landschaft so hell erleuchtet, dass ich sogar ein nicht verwackeltes Foto ohne Stativ machen konnte.Blog image

Erster Ausflug auf das HochplateauAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 17 Dec, 2009 10:27:37

Da wir leider immer noch nicht ausreichend Schnee haben um direkt vom Hof aus trainieren zu können, haben wir gestern die Hunde mal wieder in das Auto gepackt und sind 35 km auf der E6 Richtung Norden gefahren. Dort muss man über einen kleinen Pass - dem Kvaenangenfjell. Hier haben wir das Auto abgestellt und haben von dort unser Training gestartet. Denn hier liegt ausreichend Schnee um gut trainieren zu können.

Die Gegend ist einmalig! Wir starten ca. 400 Meter über dem Meer in eine verschneite Gebirgslandschaft. Die Dämmerung der Polarnacht hüllt die Landschaft in ein ganz besonderes diffuses und vielfältiges Licht. Und wenn man sich umschaut, kann man das offene Wasser des Nordatlantiks sehen und die Lichter der vereinzelten Häuser am Ufer.

Nach einer Stunde Fahrt wird es auch schon wieder Dunkel. Wir packen nun die Stirnlampen aus um bei schwierigeren Abschnitten eine bessere Sicht zu haben. Aber meistens kann man ohne Licht fahren, denn der Weg ist durch eine Spur vorgegeben. Nach über zwei Stunden Training und 30 Kilometern kommen wir wieder zurück. Das erste Mal sind die Hunde still - ein Zeichen dafür, dass sie ausgepowert sind. Dies ist dem Gelände geschuldet, welches viel mehr Höhenmeter aufweist, als unser bisheriges Trainingsgelände.

Für die nächsten Tage wird dies unser bevorzugtes Trainingsgebiet sein, bis wir auch auf Meereshöhe mehr Schnee bekommen.

Erster Schnee und erstes TrainingAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 12 Dec, 2009 22:02:53

Erst letzte Woche hat es endlich geschneit. Für ganz Nordnorwegen recht spät in diesem Jahr. Ca. 20 cm Schnee fielen an einem Tag. Und das wars dann auch schon wieder. Aber zumindest war es soviel, dass man nun endlich daran denken konnte mit den Schlitten zu trainieren.

Ohne Schnee müssen die Hunde natürlich auch bewegt werden. Dafür setzen wir hier ein Quad ein. Der Vorteil des Quads ist, dass man sehr viele Hunde (wir haben mit 14 trainiert) davor spannen kann und man hat immer noch ausreichend Kontrolle (wegen des Gewichts des Fahrzeuges) und man kann die Geschwindigkeit unabhängig von den landschaftlichen Begebenheiten steuern. Denn Huskys für den Renneinsatz sollen eine mittlere Geschwindigkeit über einen langen Zeitraum laufen können. Im Gegensatz zu Hunden, die schwere Lasten ziehen sollen. Die werden ganz anders trainiert.

Da der Schnee leider nicht so üppig gefallen ist, müssen wir mit den Hunden in das Reisadalen fahren. Dort liegt etwas mehr Schnee und es ist dort auch etwas kälter.

Am ersten Tag starte ich mit acht Hunden, Kjell mit zehn. Und das ist auch ganz gut so, denn die Piste ist buckelhart und der Schlitten wird ziemlich schnell. Ich bin zwar schon weit über tausend Kilometer mit dem Hundeschlitten gefahren, aber ich muss mich natürlich auch wieder daran gewöhnen. Es geht durch einen Wald mit rechtwinkligen Abzweigungen und das alles in voller Fahrt. Ich muss mich gut konzentrieren um nicht mit dem Schlitten einen Unfall zu bauen. Erst nach einer dreiviertel Stunde erreichen wir offenes Gelände und zumindest für einen kurzen Moment geht es ruhiger vorwärts. Nach kaum zwei Stunden sind wir wieder am Auto und haben in dieser Zeit weit über 20 Kilometer zurück gelegt.

Kjell will am nächsten Tag mit 12 Hunden fahren, da kan ich mich natürlich nicht Lumpen lassen und fahre ab diesem Tag mit zehn Hunden. Das geht alles ganz gut. Wir trainieren nun fast täglich und schrauben die Distanz auf bis zu 50 Kilometer hoch. Die Hunde laufen gut und sind auch nach dieser Strecke immer noch so heiß, dass sie kaum zu zügeln sind.

Die Schneebedingungen lassen nun aber keine weitere Steigerung der Strecke zu, so dass wir hoffen, nun bald mehr Schnee zu bekommen.

Nordnorwegen - eine Reise in den SchneeAbenteuer Nordnorwegen

Posted by Georg Sichelschmidt 05 Dec, 2009 19:15:20

Nachdem ich aus Südamerika zurück nach Deutschland gekommen bin, musste ich gleich wieder die Koffer packen, denn meine Entscheidung stand fest, dass ich die nächste Zeit meines Lebens in Norwegen verbringen werde.
Dies war im Grunde ein logischer Schritt, denn seit über zehn Jahren fahre ich jedes Jahr nach Norwegen um dort privat Urlaub zu machen, oder um dort für Quanok Touren zu leiten.

Nach einer sehr langen Autofahrt durch Schweden und Finnland habe ich vor ca. zwei Wochen meine Heimat für die nächsten Monate oder Jahre erreicht. Storslett liegt in der Kommune Nordreise, ca. 130 km nördlich von Tromsø. Durch Storslett fließt die Reisa und mündet hier in den Reisafjord. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch steile Berge, das große Reisadalen und die vielen Inseln - so man denn etwas sieht. Denn aktuell schafft es die Sonne nicht mehr über den Horizont (Polarnacht) und so kann man nur in der Zeit zwischen 10 und 13 Uhr ohne Stirnlampe draußen unterwegs sein.

Dafür wird man aber mit ganz besonderen Lichtstimmungen belohnt, die es so nur in der Polarnacht zu sehen gibt. Ganz besonders eindrucksvoll ist natürlich auch das Polarlicht, welches ich bisher einmal erleben durfte. Dieses abzulichten, bedarf es aber einer etwas aufwendigeren Technik, die mir aktuell nicht zur Verfügung steht.

Ich lebe nun in einer kleinen typisch norwegischen Hütte. Dies wird über den Winter mein Zuhause sein. Ich bin nach Norwegen gekommen um hier Huskys zu trainieren.

Kjell Løken, mein „Arbeitgeber“, besitzt 28 Alaskan Huskys und möchte unbedingt Mitte März an dem Finnmarksløpet teilnehmen.

Das Finnmarksløpet ist ein Schlittenhunderennen über 500 bzw. 1000 Kilometern über die Finnmark in Nordnorwegen. Da er recht viele junge Hunde hat, möchte er dieses Jahr die kürzere Variante fahren um den Hunden die Möglichkeit zu geben, sich an die besondere Herausforderung zu gewöhnen.

Meine Aufgabe wird es nun bis März sein, die Hunde für dieses Rennen zu trainieren. Erfahrung habe ich darin, denn schon vor über zehn Jahren habe ich etwas weiter südlich auf einer Huskyfarm gearbeitet und dort einen Winter lang die Hunde auf die Tourensaison vorbereitet.

Wie das Training so läuft und was ich sonst noch erlebt habe, kannst Du im nächsten Blogeintrag lesen.

Expeditionsbericht onlinePatagonien 2009

Posted by Georg Sichelschmidt 05 Dec, 2009 07:55:11

Endlich habe ich es nun geschafft und einen Bericht über unsere Expedition geschrieben.

Ich wünsche allen Lesern viel Vergnügen.

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Neuer ExpeditionsblogPatagonien 2009

Posted by Georg Sichelschmidt 30 Sep, 2009 16:04:13

Ab sofort werden alle News nicht mehr über diesen Blog eingestellt, sondern über den neuen Expeditionsblog.

Damit kann ich nämlich ganz einfach von unterwegs alle Texte, Koordinaten und Bilder direkt veröffentlichen. Und auf einer Karte kan man sehen, wo wir uns gerade befinden.
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Georg im KrankenhausPatagonien 2009

Posted by Georg Sichelschmidt 28 Sep, 2009 11:14:10

Es hatte sich schon seit einiger Zeit angedeutet, dass ich eine Schilddrüsenüberfunktion habe. Lange habe ich überlegt, ob ich dies noch vor der Expedition machen soll, aber alle Faktoren sprachen dafür.

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Am letzten Freitag war es dann endlich soweit. Jetzt - nach drei Tagen - geht es mir schon erheblich besser und ich kann wieder normal sprechen und muss nicht nur im Bett liegen. Ich hoffe, dass ich morgen das Krankenhaus verlassen und mich dann zu Hause gut erholen kann.

Denn in zwei Wochen startet schon die Expedition nach Patagonien und dafür muss ich topfit sein. Ich bin mir aber sicher, dass das klappt.

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Unser Essen ist da!Patagonien 2009

Posted by Georg Sichelschmidt 23 Sep, 2009 08:51:14

In den letzten Tagen kamen täglich Pakete an. Ein Zeichen dafür, das unsere Expedition immer näher rückt.

Unser Hauptessen ist von Trek´n Eat. Wir werden morgens Peronin mit Müsli zu uns nehmen und abends gefriergetrockneten Mahlzeiten.

Tagsüber werden wir uns von Energieriegeln ernähren. So haben wir meine geliebten Oatsnacks dabei, sowie von Allos und Whole Earth Fruchtriegel.

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GrußpostkartePatagonien 2009

Posted by Georg Sichelschmidt 09 Sep, 2009 21:00:03

Wir haben eine sehr schöne Grußpostkarte designt, die wir jedem Zuschicken, der uns unterstützen möchte. Diese Karte werden wir aus Chile bzw. Argentinien verschicken.

Also, wer uns unterstützen möchte, kann dies tun, indem 7,- Euro oder auch mehr, auf folgendes Konto überwiesen wird:


Kontonummer: 1800833047

Sparkasse Leipzig: 86055592
Empfänger ist: Dr. Olaf Rieck


Besonders wichtig ist es natürlich, dass in dem Betreff, Ihre genaue Anschrift vermerkt ist. Denn nur dann, können wir die Postkarte auch verschicken.



Neue Expedition online!Patagonien 2009

Posted by Georg Sichelschmidt 07 Sep, 2009 08:21:07

Expedition patagonisches Inlandeis 2009

Am 8. Oktober ist es nun endlich soweit. In ziemlich genau vier Wochen werden wir zu unserer neuen Expedition starten.
Nach einem langen Flug über Madrid und Santiago de Chile, werden wir in Patagonien eintreffen. Dort werden wir versuchen, dass südliche patagonische Inlandeis von seinem nördlichsten Punkt bis zum Fitz Roy bzw. nach El Chalten (Argentinien) zu durchqueren.

Alle weiteren Infos dazu, findet Ihr auf der Expeditionshomepage.

Hier noch ein aktuelles Teamfoto.
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Bildvortrag in PaderbornVorbereitung

Posted by Georg Sichelschmidt 12 Dec, 2008 21:02:28

Am 13.12. 2008 hält Georg Sichelschmidt seinen Bildvortrag Abenteuer Arktis in der Reha-Klinik Schloss Hamborn.

Beginn um 19:30 Uhr. Eintritt frei.

Wegbeschreibung gibt es hier.

Bildvortrag Abenteuer ArktisVorbereitung

Posted by Georg Sichelschmidt 24 Nov, 2008 22:18:57

Abenteuer Arktis, heißt der neue Bildvortrag von georg Sichelschmidt in dem er von seinen Expedition über das grönländische Inlandeis 2006 und die Expedition nach Spitzbergen 2008 erzählt.

Neben faszinierenden Bildern der arktischen Natur werden die spannenden Erlebnisse solch einer Ski-Expedition in einem 90-minütigen Live-Vortrag präsentiert.

Termine:

11.12. 2008 um 19:30 Uhr in der moebel-factory-outlet, Arthur-Hoffmann-Str. 75-79, 04275 Leipzig-Südvorstadt, Tel.: 0341 2319283

18.12. 2008 um 19:30 Uhr in der moebel-factory-outlet, Delitzscher-Landstr. 75-79, 04158 Leipzig-Wiederitzsch, Tel.: 0341 5203781

Karten: 8,- Euro im Vorverkauf, 10,- Euro an der Abendkasse

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Verschiebung der ExpeditionVorbereitung

Posted by Georg Sichelschmidt 15 Sep, 2008 11:43:40

Nach langen Diskussionen und Überlegungen müssen wir leider feststellen, dass es uns beiden nicht möglich ist, im kommenden Jahr die Expedition zum magnetischen Nordpol zu realisieren.

Hauptsächlich persönliche Faktoren spielten eine Rolle, die es uns nicht erlaubt, unsere Familien über einen so langen Zeitraum alleine zu lassen.

Voraussichtlich erst 2011 werden wir die Expedition realisieren können.

Hier gibt es die Pressemitteilung dazu.

Georg im RadioVorbereitung

Posted by Georg Sichelschmidt 15 Sep, 2008 11:37:32

Am 17. September von 19:00 bis 20:00 Uhr wird Radio Mephisto 97.6 ein Interview mit Georg über die Spitzbergen Expedition und die Expedition zum magnetischen Nordpol in der Sendung M19 ausstrahlen.

Expeditionswebsite wieder verfügbarVorbereitung

Posted by Georg Sichelschmidt 11 Aug, 2008 20:41:52

Ab sofort ist unsere Expeditionswebsite wieder im vollem Umfang verfügbar.

Viel Spaß beim Lesen!

Expeditionswebsite nicht verfügbarVorbereitung

Posted by Georg Sichelschmidt 31 Jul, 2008 08:59:54

Leider ist seit geraumer Zeit unsere Expeditionswebsite nicht verfügbar. Dies liegt an einem Verlängerungsproblem der Domain und sollte bald gelöst sein.

Rückblick von JohannesSpitzbergen 2008

Posted by Johannes Sichelschmidt 25 May, 2008 20:55:33

Im Vorfeld der Expedition hatte ich gehörigen Respekt vor den neuen Herausforderungen in der Arktis. Die neuen Unbekannten waren die Eisbären, die Gletscherspalten und die raue Arktis selber.

Von den drei Unbekannten war allein das arktische Klima für mich im Nachhinein betrachtet am schwierigsten zu bewältigen. Diese schnellen Wetteränderungen mit viel Wind, Kälte und Nebel sind anstrengend und fordern eine gewisse Gelassenheit ihnen gegenüber heraus. Es macht ja keinen Sinn sich darüber zu ärgern, obwohl ich dem Wind häufig die Sinnlosigkeit des an mir Herumzerrens erklärt habe. Die einzigen Alternativen sind Laufen oder Zelt aufbauen.

Die Problematik der Eisbären ist eher von mentaler Bedeutung. Die Wahrscheinlichkeit einen Eisbären in unmittelbarer Nähe auf Distanz halten zu müssen ist doch eher gering. Die Schwierigkeit besteht darin, dass diese Wahrscheinlichkeit rund um die Uhr besteht. Im Laufe der Expedition ist die Gefahr groß, dieses Risiko zu vernachlässigen. Das macht sich durch eine geringere Aufmerksamkeit bemerkbar. Die Vorbereitung auf eine Begegnung mit einem Eisbären ist neben Ausrüstung und ausführlichen Informationen das gedankliche Durchspielen einer Begenung. Mir hat der Gedanke eines Bärenkontaktes während des Tiefschlafes am wenigsten behagt.

Ebenso ist die Gefahr in Gletschersplaten zu fallen nicht wirklich greifbar. Der Weg über die Gletscher ist mit anderen Schneefeldern durchaus zu vergleichen. Der Gedanke an die Gletscherspalten unter den Schneebrücken ist seltsam. Die Gewissheit, dass diese halten, hat man ja nicht hundertprozentig. Durch die Informationen vom Sysselmann über die gefährlichsten Splatenregionen waren wir aber gut vorbereitet.

Spitzbergen ist landschaftlich beeindruckend und abwechslungsreich. Zu Beginn sind wir die schneebedeckten Täler durchwandert und sind über einen zugefrorenen Fjord auf das Inlandeis gewandert. Die Berge beeindrucken durch unterschiedlichste Formen wie Plateaus und zackige Kronen. Der Nebel und die ständige Sonne, die Wolken und die Schneeaufwirbelungen durch den Wind geben der Landschaft vielfältige Gesichter. Der Nebel quillt den Gletscher hoch und bildet bereits die Lanschaft nach. Darüber scheint die Sonne und die Sicht ist wunderbar. Sobald der Nebel uns erreicht hat, verschwindet die Landschaft in einem diffusem Weiß. Diese Verhältnisse haben sich teilweise soweit verstärkt, dass noch nicht einmal die Sonne zu orten war. Damit wurde die Umgebung konturlos und eine Abschätzung der Sichtweite war nicht möglich. Zu Beginn hat es mich sehr erstaunt, dass die vorbeifahrenden Scooter schon von weitem sichtbar waren, dies lag an ihrem Kontrast zur weißen Umgebung. An einem anderen Tag habe ich Georg fast aus den Augen verloren, obwohl das Gefühl der Sichtweite nicht anders war.

Die letzten sechs Tage wurden wir von der Sonne verwöhnt. Die Sonne wird bei einer solchen Tour zur zentralen Bedeutung. Sie ist für die gute Stimmung wichtig. Sie vertreibt den Nebel und sie wärmt das Zelt. Sie sorgt für Energie, sowohl für uns als auch für unsere technische Ausrüstung. Wir haben uns in diesen letzten Tagen immer besser gefühlt und uns gefreut, dass sie es so gut mit uns meint. Am Anfang haben wir den Wetterumschwung stündlich erwartet und waren verblüfft über die ungewohnte Beständigkeit. Ebenso war der Wind von Bedeutung. Bei minus 20°C kann man im langärmligen Unterhemd ohne Probleme wandern. Sobald aber nur ein wenig Wind aufkommt, muss man das Tempo erhöhen oder sich gleich einen Winschutz anziehen, damit man nicht anfängt zu frieren. Der Wind ist besonders nach anstrengenden, schweißtreibenden Einheiten extrem unangenehm. Die hohe Kunst besteht darin, möglichst nicht zu schwitzen. Das führt entweder zu frostigen Starts nach der Pause oder zu umständlichen Umziehpausen bereits nach 10 Minuten.

Wir haben viele Erfahrungen gemacht und wurden doch von dem Großteil unserer Ausrüstung nicht enttäuscht. Ein paar kleine Details werden in der Zukunft berücksichtigt. Zum Beispiel ist es enorm wichtig, alles mit Fausthandschuhen betätigen zu können. Weiterhin geht die Outdoor-Mode dem Trend nach, möglichst wenige Taschen an die Hosen und die Jacken zu nähen. Durch die Kälte ist es aber sehr wichtig, viele Dinge bei sich zu haben, auf die man schnellen Zugriff hat (Zwiebelprinzip). Ich selber werde nicht mehr ohne Kapuze an meiner Softshell wandern gehen. Die Sturmhaube war zwar bis auf den Nasenbereich gut, aber der Übergang von Haube zu Jacke ließ noch zuviel Wind hinein.

Das Fazit dieser Expedition für mich ist, dass ich mich in der Arktis ohne Golfstrom noch viel anspruchsvolleren Bedingungen stellen muss. Das bedeutet
auch, ich muss gezielter für die Expedition trainieren, damit mein Körper den erhöhten Anforderungen gewachsen ist.
Die Vorbereitung für eine gesponsorte Expedition sind sehr zeitaufwendig. Neben den gezielten Vorbereitungen für die Expedition ist die Zusammenarbeit mit den Sponsoren und die Öffentlichkeitsarbeit von großer Bedeutung. Neben einem Vollzeitjob ist das nur in Grenzen zu bewältigen. Daher danke ich Georg, dass er sich viel intensiver um diese Tätigkeiten gekümmert hat.
Für mich ist es eine Frage der Fairness Georg gegenüber, ob ich eine weit anspruchsvollere Expedition in Angriff nehmen kann. Wir werden darüber diskutieren müssen.

Ich danke an dieser Stelle allen Menschen die uns unterstüzt haben und somit diese Expedition möglich gemacht haben! Dazu gehören natürlich die Sponsoren, unsere Familien und helfende Freunde.

Johannes

RückblickSpitzbergen 2008

Posted by Georg Sichelschmidt 23 May, 2008 10:25:01

Gerne möchte ich an dieser Stelle noch einmal einen ganz persönlichen Rückblick auf diese Expedition werfen.

Nach zwei Wochen sommerlichen Temperaturen kann man diese Expedition natürlich noch einmal etwas objektiver betrachten und bewerten.

Zu allererst war ich sehr beeindruckt von der Natur auf Spitsbergen. Die Berge, die Gletscher und die Fjorde ergeben eine Landschaft, die nie langweilig wurde. Daher war es immer spannend dort unterwegs zu sein. Auf dem Lomonosovfonna (Hochebene) hatten wir es einmal, dass man schon zwei Tage vorher gesehen hat, wohin man läuft. Dafür wurde man rechts und links des Weges mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Dann war ich sehr beeindruckt von dem extrem wechselhaften Wetter. Teilweise war es so, dass wir morgens Sonnenschein und Windstille hatten, mittags liefen wir im White-Out und starkem Gegenwind umher und abends riss es wieder auf. So konnten wir in den ersten zehn Tagen nicht immer die Landschaft um uns herum genießen, sondern mussten uns stur nach Kompass/GPS voranarbeiten

Dies führte dann auch dazu, dass wir unser Ziel, Verlegenhuken, recht bald ad acta legen mussten. Denn ohne den passenden Wind konnten wir die Strecke nicht realisieren. Auch deshalb nicht, da es fast immer hoch und runter ging. Dies führte dazu, dass wir im Endeffekt „nur“ einen Schnitt von 20 km/Tag realisieren konnten.

Neben diesem doch recht forderndem Landschaftsprofil, führte die Kälte in den ersten zehn Tagen, kombiniert mit einem stetigen Gegenwind und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit dazu, dass jeder Tag ein kleiner Kampf war. So konnte ich z.B. in meiner Jackentasche -10° C messen. Die Luftfeuchtigkeit führte gerade auch im Zelt dazu, dass es einem auch im Schlaf andauernd ins Gesicht geschneit hat bzw. dass alles im Zelt nass war. Und Feuchtigkeit ist ein großes Problem bei Kälte.

Die andauernd scheinende Sonne konnte uns erst in der letzten Woche zur Hilfe kommen. Ab da war die Expedition wirklich sehr entspannt. Auch deshalb, da es nur noch zurück ging und wir uns sicher waren, die Strecke entspannt realisieren zu können.

Für mich war die Expedition ein Erfolg. Auch wenn wir Verlegenhuken nicht erreicht haben, so konnten wir zumindest den Newtontoppen besteigen und auch eine der nördlichsten Inseln unserer Welt bereisen.

Es wird bestimmt nicht meine letzte Reise nach Spitsbergen gewesen sein.

Viele Grüße

Georg

Georg Sichelschmidt im FernsehenSpitzbergen 2008

Posted by Georg Sichelschmidt 14 May, 2008 14:18:17

Heute wird Georg Sichelschmidt im Leipzig Fernsehen um 18:00 Uhr von seinen Erlebnissen auf Spitzbergen erzählen.

Die Sendung kann auch auf der Homepage des Senders online gesehen werden.

Blogaktualisierung!Spitzbergen 2008

Posted by Johannes Sichelschmidt 07 May, 2008 21:47:55

Wir haben heute die Einträge korrigiert. Zum Teil waren viele Angaben aufgrund der schlechten Satellitenverbindung falsch. Auch haben wir Fotos den Tagen hinzugefügt.

Grüße von Johannes und Georg

01.05.2008 LongyearbyenSpitzbergen 2008

Posted by Johannes Sichelschmidt 01 May, 2008 18:23:36

Blog Image

Heute ist der absolute Relaxtag. In Longyearbyen hat alles geschlossen, da heute auch hier Feiertag ist. Leider haben wir das gestern nicht gewusst und haben nicht eingekauft. Daher werden wir heute wieder leckere Trekkingmahlzeiten zu uns nehmen. Die Nachbereitungen der Expedition haben begonnen. Postkartenaktion, Expeditionsbericht, Sichtung der Fotos, Organisation vor Ort wie Rueckmeldung beim Sysselmannen und Rueckgabe des Gewehres, der Signalpistole und des Baerenzaunes stehen an. Bis Sonntag ist das gut zu schaffen plus schoenem Nebenprogramm. Georg hat die Pizza gestern nicht verkraftetund kaempft heute mit einer kleinen Darmverstimmung. Wir werden den Winter hier bis Sonntag wuerdig verabschieden und freuen uns jetzt auf den heissen Fruehling (max. Temperaturdifferenz: 40 C) in Deutschland.

We are started the after expedition work, like writing of post cards and expedition report and organisational things in Longyearbyen like Sysselmannen etc. Today every shops are closes and we can reboot perfect. We will say good bye to the winter and we are happy to go into the hot spring in Germany!

Beste Gruesse von Georg und Johannes